Rückblick mit Freude:
Sehpferdchen – Filmfest für die Generationen
21. Februar bis 3. März 2010
Das achte ‚Sehpferdchen’ hat mit seiner Neuerung als ‚Filmfest für die Generationen’ einen guten Start und runden Lauf gehabt. Und das betrifft alle Aspekte. Es gab deutlich mehr Publikum am Ursprungs- und Zentralort Kino im Künstlerhaus in Hannover und in den diesjährigen Partnerkinos Neue Schauburg in Burgdorf und im Roten Saal des Kulturinstituts der Stadt Braunschweig. Insgsamt kamen gut 5.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, davon 2.700 allein in Hannover. Dort hat sich die Zahl der Zuschauer gegenüber dem letzten Sehpferdchen im Jahr 2008 mehr als verdoppelt.

Filme14plus
Als ‚Filmfest für die Generationen’ ist das ‚Sehpferdchen’ neu benannt durch das Programm ‚Filme14plus’. Unter den sieben Filmen, die ungewöhnliche Blicke auf das Leben ab 14 richten, stachen heraus ‚My Suicide’ (David Lee Miller, USA 2008) und ‚8th Wonderland’ (Nicolas Alberny, Jean Mach, Frankreich 2008), die provokativ und mit extremen Stilmitteln das Publikum in spannende Diskussionen führten. Höchst ausverkauft war das Kino im Künstlerhaus bei ‚John Rabe’ (Florian Gallenberger, Deutschland 2009). Der Schirmherr des Filmfestes, Ministerpräsident Christian Wulff und John Rabes Enkel, Thomas Rabe, diskutierten lange und in vielen Aspekten den Film, die Themen Krieg, Gewalt, Verständigung und die Gefahren Neuer Medien. Die Veranstaltung war Teil der neuen Kooperation mit den SchulKinoWochen Niedersachsen. Drei Fortbildungen für Lehrkräfte und Multiplikatoren gehörten ebenfalls dazu. Sie leisteten einen Beitrag zur Intensivierung von Filmbildung in Schule und Kulturarbeit.
Kinderfilme
Im klassischen Kinderfilmprogramm hat das ‚Sehpferdchen’ zwölf internationale, neue und anregende Filme präsentiert, die noch keinen deutschen Verleih haben und somit erste und vielleicht auch einzige Kinoerlebnisse bieten konnten. Höhepunkte waren die Vorstellungen und spannenden Gespräche mit Gästen. Regisseurin Ingrid Veninger zeigte ihren Film ‚Only’ (Kanada 2008), der mit dem Wagnis einer minimalen Handlung und mit viel Ruhe das 10- bis 12-jährige Publikum fesselte. Intensiv liess er es sprechen und nachdenken über die zarte Beziehung zwischen einem Mädchen und einem Jungen. Regisseur Philippe Falardeau erläuterte dem jungen Publikum seinen Film ‚Ich schwör’s, ich war’s nicht’ (Kanada 2008). Der provokative Film über den Jungen Leon, der mit extremen Aktionen die Aufmerksamkeit der Erwachsenen auf sich lenkt, konnte den Erwachsenen im Publikum zeigen, wie aufgeschlossen und einfühlsam die jungen Zuschauer mit einem Film umgehen, von dem ältere sagen würden: Da habe ich aber Bedenken…
Höhepunkt der Heiterkeit war ‚Frösche und Kröten’ (Simone van Dusseldorp, Niederlande 2009) als Roadmovie für Kinder ab fünf Jahren mit viel Gesang und vielen Tieren. Hauptdarstellen Nino den Brave (acht Jahre alt) erzählte vom Filmemachen und gewann charmant viele Fans. Um Fußball-Fans und Fußballspielen ging es in ‚Carlitos großer Traum’ (Spanien 2008), und Regisseur Jesus des Cerro gab unermüdlich Antworten darauf, wie man einen Fußballfilm im Waisenhaus-Milieu entstehen lässt.
Filmgespräche mit weiteren Gästen oder mit den Moderatorinnen gab es insgesamt zu 16 Vorstellungen, und es haben rund 1.000 Besucher daran teilgenommen.

Sehpferdchen aktiv
Seit je ist das ‚Sehpferdchen’ ein Filmfest, das mit Spass und Aktivitäten Medienkompetenz vermittelt. Es bündelt Praxis, Kreativität und Reflexionen um außergewöhnliche ‚große’ Filme und verbindet sie mit ersten Erfahrungen im Filmemachen und –verstehen. 2010 gab es einen maximalen medienpädagogischen Rahmen. 20 Filmpatenschaften, Stadtteilprojekte und Sehpferdchen-Film-AGs in Grundschulen lieferten Videos als Vorfilme, die in einer Sonderveranstaltung zusätzlich noch einmal geballt präsentiert und gewürdigt wurden. An fünf Tagen fand zudem je zweimal die FilmSchule statt, in der Schulklassen das praktische Handwerk an mehreren Stationen erproben konnten. Auch die Dekoration im Kino im Künstlerhaus und das Catering zur Eröffnung wurden mit Kindern aus Gruppen der hannoverschen Stadtteilkulturarbeit gemeistert. Über 700 Kinder waren so ganz praktisch schaffend am Filmfest beteiligt. Betreut durch die Junge Presse Niedersachsen haben SchülerInnen der Wilhelm-Raabe-Schule Hannover durchaus professionelle Rezensionen zu jedem Film verfasst. Diese wie auch die Projekt-Videos sind weiterhin zu lesen bzw. zu sehen auf der Sehpferdchen-Homepage.
Zum Schluss und wie es an dieser Stelle üblicherweise heißen darf: Die Veranstalter zeigen sich sehr zufrieden.
Das ‚Sehpferdchen – Filmfest für die Generationen’ dankt seinem Publikum und seinen Unterstützern und freut sich auf ein nächstes Mal im Jahr 2012!
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