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Das ‚Sehpferdchen’ findet seit 1998 statt und hat sich zum größten niedersächsischen Filmfest für Kinder entwickelt. Entstanden ist es in Hannover aus der Kinderfilmarbeit des Kinos im Künstlerhaus und aus der städtischen Stadtteilkulturarbeit. Aus diesem Zusammenhang heraus war es von Beginn an nicht allein Kino, sondern gleichrangig auch ein Projekt- und Aktionsfeld für eine pädagogische Praxis mit Film in Kultureinrichtungen und Schulen. Es hat sich zunächst mit wechselnden anderen Kinos in der Region Hannover erweitert und seit 2004 beteiligen sich auch Kinos in Niedersachsen und Bremen. Das ‚Sehpferdchen’ vermittelt die Kunst des Films, die Kultur des Kinos integrativ mit weiteren Medienkompetenzen. Die kreativen Aktivitäten umfassen Videofilmen, plastisches Gestalten, Theaterinszenierungen, Jurys, Schreibwerkstätten und Online-Redaktionen.

Das ‚Sehpferdchen’ zeigt in bis zu 50 Veranstaltungen neue und anspruchsvolle deutsche und internationale Kinderfilme. Mit einer altersgerechten Filmsprache ermöglichen sie eine formale und inhaltliche Auseinandersetzung – besonders in vor- und nachbereitenden Filmgesprächen - , machen sie Lust auf Kino und fördern einen kritischen Umgang mit dem Medium Film, mithin auch mit allen Medien, die sich der ‚Sprache des bewegten Bildes’ bedienen. Vor allem werden im Programm solche Filme berücksichtigt, die in Deutschland noch keinen Verleih oder im Mainstream-Kino nur geringe Chancen haben. Die Auswahl bezog sich bisher auf ein sechs- bis zwölfjähriges Publikum. Jeweils konnten zwischen 3.000 und 5.000 Zuschauer erreicht werden. In Projekten und Aktionen wurden in den einzelnen Jahren jeweils mehr als 600 Kinder und Jugendliche beteiligt.

Die Veranstalter haben das Filmfest kontinuierlich weiterentwickelt. Für das Jahr 2010 ist die Trägerschaft und zentrale Organisation von der LAG Jugend und Film Niedersachsen e.V. übergegangen zum Medienpädagogischen Zentrum / Landesfilmdienst Niedersachsen e.V. Dort wird mit vielfältigen Angeboten seit 1997 intensiv in den Bereichen Medienpädagogik und Filmvermittlung gearbeitet. Die Einrichtung ist seit dem Jahr 2000 Mitveranstalter des ‚Sehpferdchen’.

Mit diesem Wechsel bauen die Veranstalter das Profil des ‚Sehpferdchen’ weiter aus. Das Filmfest im Februar 2010 wird sich akzentuieren insbesondere durch eine Erweiterung des Filmangebotes für die Altersgruppe 14plus und eine Intensivierung der medienpädagogischen Projekte und Aktionen.

Die Aufnahme von Filmen für 14plus hat im Wesentlichen zwei Gründe. Vor allem werden anspruchsvolle Filme für junge Jugendliche im Kino und in der Kulturarbeit nur wenig berücksichtigt.  Zum anderen haben die Recherchen für die letzten Sehpferdchen-Filmfeste zunehmend mehr interessante Produktionen gefunden, die aber bislang nicht ins Profil passten. Für das Programm 14plus wird das Kino im Künstlerhaus zusätzlich die Vormittage vom 1. bis 3. März reservieren. In diesem Zuge sollen zudem ambitionierte Erwachsene – wie Multiplikatoren – mit angegliederten Gesprächen und Werkstätten motiviert werden, ihren Blick für diese Filme und die darin gestalteten Belange der Jugendlichen zu schärfen - dies auch mit internationalen und interkulturellen Perspektiven.

Die Intensivierung von Projekten und Aktionen reagiert auf das in den letzten Jahren deutlich gestiegene Interesse an praktischer, kreativer Vermittlung von Medienkompetenz. Immer mehr wird anerkannt, dass in einer Situation sich weiterhin vervielfachender Medienangebote Kinder und Jugendliche – und die sie betreuenden Institutionen, allen voran die Schulen – ein Mehr an Möglichkeiten brauchen, sich ausführlich und genau mit den Medien zu beschäftigen. Deshalb wird das ‚Sehpferdchen 2010’ schon ab September 2009 in Kultureinrichtungen und Schulen mit medienpädagogischen Projekten aktiv. Für deren Präsentation und für weitere Aktionen in der Filmfest-Woche werden zusätzliche Räume im Künstlerhaus und im benachbarten Theatermuseum zur Verfügung stehen.

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Das Profil ‚Sehpferdchen 2010’

Charakterzüge:

  • innovatives Filmprogramm
  • organische Einheit von Kino und Erleben-Erfahren-Erlernen der Wirkung und Gestaltung von Film und Medien
  • intensive Kooperationen in Projekten mit Schulen, Kinder- und Jugendarbeit schon im weiten Vorfeld
  • ganzheitliche Vermittlung von Film- und Medienkompetenz seit über 10 Jahren

Die einzelnen Elemente:

  • Filmprogramm für die Altersgruppe 6 bis 12, vormittags und nachmittags
  • Filmprogramm für die Altersgruppe 14plusan weiteren Vormittagen 1. bis 3. März
  • alle Filmprogramme grundsätzlich mit neuen Filmen, Vorpremieren und seltenen Filmen – auch in Themenblöcken
  • Einführungen und Gespräche zu allen Filmen
  • Schauspieler, Regisseure, Produzenten als Gäste sowie Fachleute für Gespräche und Workshops
  • Spezielle Workshops, Vorträge und Gespräche im neuen Rahmenprogramm 14plus
  • Mitmach-Aktionen zu Filmen, vom kreativen Gestalten über die Nachinszenierung bis zur Analyse
  • Ausprobieren und Erlernen von Film- und Fernsehpraxis täglich mit der ‚Filmschule’ als ‚Studio im Kino’
  • Projektphase ab September 2009:

- in Kindertagesstätten, (Ganztags-) Schulen, Jugendzentren und Einrichtungen der Stadtteilkultur entstehen Filme und Inszenierungen, wird kreativ zum Medium Film gearbeitet mit Referent/-innen des ‚Sehpferdchen’

- Partnerschulen werden aktiv für Filmpatenschaften und für die Filmfest-Online-Redaktion

  • Präsentation von Projekten (Filme, Bearbeitungen, Objekte, Inszenierungen) in der Filmfest-Woche als integrales Element des Filmprogrammes, als großes und ‚kleines’ Kino Seite an Seite.
  • Filmprogramme 2010 auch in Neustadt am Rübenberge, Burgdorf und Braunschweig

 

Mit den im Zeitraum des ‚Sehpferdchen’ stattfindenden ‚SchulKinoWochen Niedersachsen’ ist eine Abstimmung der Termine vorgenommen worden. Die ‚Sehpferdchen’-Veranstaltungen für die Altersgruppe 14plus in den Tagen 1. bis 3. März werden kooperativ angeboten.

 

 
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